Höllentrip auf den Mt. Rinjani

Nach zwei Tagen Erholung in Padangbai machten wir uns mit dem Fastboat auf nach Lombok. In Senggigi angekommen wurden wir direkt nach Senaru gebracht, wo wir unsere nicht so schöne Bleibe bezogen haben. Diesen Standard war Granja definitiv noch nicht gewohnt 😉 Aber was soll‘s, ist ja nur für eine Nacht. Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Frühstück los, ohne eine wirkliche Ahnung von dem, was uns nun die nächsten drei Tage erwarten wird. Während der Autofahrt zum Startpunkt lernten wir unseren 19-jährigen Guide Radip kennen. Nun waren erstmal zwei Stunden wandern angesagt, bis zu unserer ersten Mittagspause. Noch waren wir recht flott unterwegs und trotzdem wurden wir von unseren Trägern mit dem schweren Gepäck und in Flipflops überholt. Auf dem Weg nach oben kamen uns viele durchgeschwitzte, erschöpfte und vollgestaubten Menschen entgegen, die uns mit Sätzen wie: „Good luck“ oder „ this is too hard“ passierten. Zu diesem Zeitpunkt dachten wir noch „ häh geht doch voll“.. Nach der Pause, in der auch unsere Weggefährten für die nächsten drei Tage, Megan, James und Andrew zu uns stießen wurde es langsam schwieriger. Viel Staub, Hitze und es ging hoch hinaus. Nach fast fünf harten Stunden erreichten wir überglücklich unser Camp. Die Belohnung war ein atemberaubender Ausblick. Leider gab es nur zwei Zelte, was hieß, dass es recht kuschelig wurde zu dritt im Minizelt.
Nach einer kurzen Nacht wurden wir morgens um 3:00 geweckt. Nach ein paar Keksen und Tee sollte es dann auf den höchsten Punkt des Kraterrand des Mount Rinjani hoch gehen. Wir haben es nicht ganz geschafft, denn der Weg glich einer endlosen Kieskuhle und die Zeit war zu knapp, außerdem froren wir trotz guter Ausrüstung, wie selten zuvor. Wir konnten den Sonnenaufgang trotzdem in vollen Zügen genießen. Nach dem Frühstück und einer kleinen Pause ging es auch schon wieder weiter, Richtung See und heißer Quellen. In der perfekt temporierten Vulkanquelle konnten wir uns kurz erholen, bevor es weiterging, den nächsten Berg wieder rauf. Wir fühlten uns einmal öfter wie die 7 Gefährten von Herr der Ringe, wie wir schmale Wege entlang wanderten, steile Abhänge hoch kletterten und uns feierten als wir endlich oben an unserem zweiten Camp ankamen. Diesmal hatten wir zum Glück drei Zelte, die Nacht war trotzdem alles andere als erholsam. Um halb sieben machten wir uns dann auf den Weg, den letzten Rest der Trekkingtour hinter uns bringen. Zunächst standen noch 1 1/2 Stunden bergauf auf dem Plan. Dies ist zwar anstrengend, aber bring total viel Spaß. Vorsichtig muss man nur sein, wenn man klettert und gleichzeitig den Ausblick genießen möchte… lieber erst stehen bleiben und dann gucken 😉 Nach ein paar Keksen und einer kleinen Fotosession auf der nächsten Bergspitze begann dann der Abstieg. Autsch. Runter gehen ist das Schlimmste. Offene Blasen trotz super Trekkingschuhe, Schmerzen in den Knien und der Hüfte…wackelige Beine die wir nicht mehr kontrollieren können. Der Körper schaltet langsam auf Autopilot, die Beine bewegen sich einfach, eine andere Möglichkeit gibt es ja nicht. Fini wird teilweise von Radip an der Hand geführt, versucht sich die Tränen zu verkneifen, Lena läuft heulend gestützt von Grani. Unsere Rucksäcke tragen wir schon seit Stunden nicht mehr selbst, dazu sind wir definitiv nicht mehr in der Lage. Gegen 13Uhr kamen wir dann endlich wieder in Senaru an. Geschafft. Endlich. Seit gestern sind wir wieder in Senggigi unsere Wunden und unseren Muskelkater auskurieren. Rückblickend können wir über unsere Erfahrungen lachen, sind stolz auf uns diesen Höllentrip gemeistert zu haben und glücklich solche schönen Momente erlebt zu haben. Aber eines ist sicher:

Nie wieder!“ 😀

 

 

vor uns liegt der Mt. Rinjani

Unser erstes Nachtlager

Über den Wolken

Die Spitze des Berges

Unsere Gruppe

Oben am Lager

Sonnenaufgang

Der Kratersee

Wieder ein Stück geschafft

DCIM101GOPRO

Die 7 Gefährten

In den heißen Quellen

einer der Träger

Das Belohnungs-BintangDer See

 

steile Kletterwege

Keksbelohnung auf dem Gipfel

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4 Antworten zu Höllentrip auf den Mt. Rinjani

  1. Bernd Rehberg - Heidrun Kruse-Petersen schreibt:

    Fini, Fini, Lena, was für ein Trip! Glückwunsch, das habt Ihr toll gemeistert und Ihr habt Eure Grenzen erlebt und das Glücksgefühl, es geschafft zu haben. Ich sage nur: genießen, genießen, genießen. Bernd und Heidrun

    • finimeyer schreibt:

      Danke Bernd 🙂 Ja jetzt können wir zum Glück auch schon drüber lachen und unsere Fotos genießen. Aber wir liegen immer noch ziemlich kaputt in unseren Betten, die Füße brauchen wohl noch ein paar Tage, bis sie sich wieder ganz erholt haben.

  2. Ulrike schreibt:

    Alter krass! Hut ab das ihr das gemacht habt!! Wir hattens vor gehabt, aba nach den ganzen höllen Geschichten haben wir uns nicht mehr getraut. Der auf Bali hat gereicht. Und da hatte ich Schon weiche beine! Ganz viel liebe!!und weiter so:)

    • finimeyer schreibt:

      Ja wir sind da etwas blauäugig ran gegangen…vllt besser so, sonst hätten wir es auch nicht gemacht. Langsam legt sich der muskelkater auch wieder. Nur die Füße wollen keine Ruhe geben.

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