Willkommen im „Wanzenloch“

Als wir in Leh einigen anderen Touristen oder Einheimischen von unserer Versetzung nach Kargil erzählt haben, waren die Reaktion allesamt sehr negativ. Wir wurden gewarnt in der Früh zum Fluss zu gehen, da dort die Männer ihr morgendliches Geschäft abhalten würden und man lauter nackter Hinterteile sehen würde, die dort gewaschen werden 😀 Auch unser Reiseführer machte nicht gerade Lust auf Kargil, welches als Wanzenloch beschrieben wird

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Trotzdem sind wir voller Erwartungen uns Vorfreude auf unsere Arbeit und die neuen Leute nach Kargil aufgebrochen. Nach einer 7 stündigen Fahrt von Leh kamen wir bei dem Haus von Mr. Gulzar und seiner Familie an. Hier haben wir im Untergeschoss eine Wohnung für uns Freiwillige. Wir haben zwar nur eine französische Toilette hier, dafür aber eine warme Dusche. Außerdem eine geräumige Küche und ein nettes Plätzchen zum zusammen sitzen.Kopftücher

Hier in Kargil haben wir zusammen mit den einheimischen Physios schon ein paar Kinder therapiert und Stephi und ich konnten schon einiges Helfen und Unterstützen. Die Physios hier sind noch sehr jung, haben aber ein gutes Händchen mit den Patienten und zeigen viel Interesse. Die Arbeit mit ihnen und den Patienten macht uns echt Spaß.

Stephi und ich mit den einheimischen Physios
Die letzten Tage waren außerdem ein Ärzteeam aus Österreich hier. Sie waren hier um Kinder zu operieren, um Fehlstellungen zu korrigieren. Außerdem haben sie ein Patientenscreening an der Schule durchgeführt, wo wir auch unseren Behandlungsraum haben.
An einem Nachmittag sind wir alle zusammen, also die Physios von Kargil, eine paar Kollegen aus Leh und das Ärzteteam zu der weltgrößten stehenden Buddha-statue, die in Stein gemeißelt ist, gefahren. Danach gab es noch Picknick und Abends waren wir alle bei Mr. Gulzar zum Dinner eingeladen. Die Herren aus Österreich hatten so ihre Probleme am Boden zu sitzen und dennoch an ihr Essen zu kommen 😀

Abendessen
Mr. Gulzar gehört zu der ältesten und reichsten Familie in Kargil. Die Familie hat ein Museum und mehrere Schulen hier in der Stadt. Das Haus war wirklich beeindruckend und die Familie ist sehr herzlich und freut sich über jeden der in ihre Stadt kommt.
Hier gibt es kaum Touristen zu sehen und auch wir gehen nur zum market, wenn wir was brauchen und nicht um ein bisschen rumzuschlendern. Wir werden hier ziemlich doll angestarrt und die bettelnden Kinder stürzen sich auf uns.
Aber die Umgebung ist hier wirklich wunderschön und bei unseren Ausflügen ins Grüne sind wir immer wieder begeistert.
Letztendlich sind Stephi und ich froh, dass wir nach Kargil gekommen sind, da unsere Arbeit hier gebraucht wird und wir das Gefühl haben wirklich willkommen zu sein. Außerdem erleben wir hier nochmal eine ganz andere Kultur hautnah, denn in Kargil leben 85% Moslems. Zur Zeit ist Ramadan und der Muezin ist die halbe Nacht zu hören. Auch das Essen und die Gewohnheiten sind hier nochmal ganz anders als in Leh.
…Achja morgens sind wir noch nicht am Fluss gewesen, aber der Geruch, der bis zu uns weht, lässt einiges vermuten…

bei einem Spaziergang Kinder baden die grüne Landschaft von Kargil

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8 Antworten zu Willkommen im „Wanzenloch“

  1. deine Beste schreibt:

    mir gefällt der pool 😀 weiterhin viel spaß und du darfst weiterhin gern viele viele bilder posten! :-*

  2. Ulrike schreibt:

    Ja perfekt! Diese hütte sieht ganz nach meinem geschmack aus:) Klein und bescheiden!immer weiter berichten :))

  3. Bernd Rehberg - Heidrun Kruse-Petersen schreibt:

    Hallo fini, gut so – Wanzen, Wanzen – laß Dich nicht abschrecken, schließlich bist Du an den nackten Männerärschen auch gut vorbeigekommen!
    Heidrun – Ausdrucken – kleines Buch, eben, eben, Johanna hat schon angerufen, ich soll bloß alles ausdrucken, damit sie ein kleines Buch haben. Du kennst ja ihre Zeitnot und wie häufig sie am Computer sitzen.
    Und – ein kleiner Bericht aus der Heimat: ich bin mit Heidrun, Gudrun und Kai an der Ostsee. Sonne, Sonne, aber auch Wind, Wind. Wir genießen das Haus in Niendorf von Ingrid Weber, eine alte Freundin der Familie Kruse-Petersen. Und was mach ich seit 3 Stunden am Laptop? Ich versuche Deine Berichte so auf meinen Laptop zu kopieren, daß es nicht jedes Mal 3 Minuten dauert, bis sich die Seite aufgebaut hat und Deine Bilder auch mit kopiert werden – aber ich habe ja Urlaub und die Sonne scheint!!!!!
    Liebe, liebe Grüße an unsere tapfere fini von Heidrun und Bernd

  4. Düdo-Bernd schreibt:

    Hallo Fini,
    vielen Dank für die wunderschönen Berichte und Bilder!! Irgendwie fährt man im Rucksack (ziemlich neidisch) mit. Lasst es Euch richtig gut gehen, Ihr macht das Klasse!
    Liebe Grüsse aus Düdo
    Bernd

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